Eine Frau lehnt sich im konservativen Kosovo gegen Tradition und Auswegslosigkeit auf. Ein Regiedebut, das am Sundance-Festival überzeugte und das Potenzial albanisch-schweizerischer Produktionen aufzeigt.
Jedes Mal, wenn Fahrije (Yllka Gashi) sich um die Bienenstöcke ihres Mannes Agim kümmert, wird sie gestochen. Dabei bräuchte es die schwellenden Stiche gar nicht, um sie an den schmerzhaften Verlust zu erinnern. Im «Dorf der Witwen» im Westen Kosovos teilen viele Frauen ihr Schicksal, auch Jahre nach Ende des Krieges bleiben ihre Männer vermisst. «Hive» taucht ein in eine von Verlust und Tradition geprägte Gemeinschaft, welche die Witwen nahezu aller Rechte und Optionen, ihre Leben frei zu gestalten, beraubt.
Das Erstlingswerk der kosovarischen Regisseurin Blerta Basholli zeichnet mit wenigen Anpassungen die Erfolgsgeschichte der Unternehmerin Fahrije Hoti nach, die es in ihrem Land zu Bekanntheit gebracht hat. Gleichzeitig zeigt sie drei Generationen, die schliesslich nur gemeinsam über einen traumatisierenden Verlust hinwegkommen können.